„entwurzelt & umgetopft.“ Das literarische Potential der Mehrsprachigkeit bei Julya Rabinowich

Main Article Content

Sanna Schulte

Abstrakt

Die Autorin und Dolmetscherin Julya Rabinowich bezeichnet sich selbst als „Janus in Babylon“ und charakterisiert ihre Mehrsprachigkeit nicht nur als vermittelnde Kompetenz, sondern auch als wechselnde Identität: „Spaltköpfig wird man. Doppelzüngig. Mehrgesichtig.“ (Rabinowich 2009: 58) Das Spiel mit den eigenen Identitäten, mit Lüge und Wahrheit, mit Vergangenheit und Zukunft scheint die beste Voraussetzung zum Schreiben. Welches poetische Potential in der Exophonie liegen kann, untersucht dieser Beitrag anhand von Julya Rabinowichs Roman Spaltkopf, der als Entwurf eines mehrdimensionalen Identitätskonflikts gelesen wird. Im Vergleich mit mehrsprachigen Perspektiven und exophonen Schreibweisen von Yoko Tawada, Herta Müller, Dragica Rajčić, Emine Sevgi Özdamar, Saša Stanišić und Semier Insayif werden besonders die Kippeffekte zwischen metaphorischen und buchstäblichen Lesarten fokussiert.

Downloads

Download data is not yet available.

Article Details

Jak cytować
Schulte, S. (2019). „entwurzelt & umgetopft.“ Das literarische Potential der Mehrsprachigkeit bei Julya Rabinowich. Studia Germanica Posnaniensia, (40), 149-161. https://doi.org/10.14746/sgp.2019.40.13
Dział
Artykuły naukowe

Bibliografia

  1. Binder, E. (1995). Mutterland und Vatersprache. Überlegungen zum Androzentrismus in der Geographie. In ÖZG, 6 (3), 426-445.
  2. Deleuze, G. & Guattari, F. (1977). Rhizom (D. Berger, C.-C. Haerle, H. Konyen, A. Krämer, M. Nowak und K. Schacht, Übers.). Berlin: Merve.
  3. Hecht, D.J. (o. J.). Mutterland-Vatersprache. Abgerufen am 16. April 2019 von https://www.weitererzaehlen.at/sammlungen/mutterland-vatersprache.
  4. Holland, P. (2010). Transkulturelle Sprachkörper(ge)schichten. Ein Versuch über Semier Insayifs Faruq (S. 367-387). In M. Bürger-Koftis, H. Schweiger & S. Vlasta, Polyphonie – Mehrsprachigkeit und literarische Kreativität. Wien: Praesens.
  5. Insayif, S. (2009). Faruq. Roman. Innsbruck: Haymon.
  6. Kazmierczak, M. (2016). Fremde Frauen. Zur Figur der Migrantin aus (post)sozialistischen Ländern in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Berlin: Erich Schmidt.
  7. Kraus, K. (1928). Der Vogel, der sein eigenes Nest beschmutzt. Die Fackel, no. 781-786.
  8. Lughofer, J.G. (Hrsg.) (2001). Exophonie. Schreiben in anderen Sprachen. Ljubljana: Goethe Institut. Mermer, V. (2018). Autobus Ultima Speranza. Salzburg: Residenz
  9. Müller, H. (2001). Heimat ist das, was gesprochen wird. Rede an die Abiturienten des Jahrgangs 2001. Merzig: Gollenstein.
  10. Özdamar, E.S. (1990). Mutterzunge. Berlin: Rotbuch.
  11. Özdamar, E.S. (2003). Seltsame Sterne starren zur Erde. Köln: Kiepenheuer und Witsch.
  12. Pastior, O. (2004): „Minze Minze flaumiran Schpektrum”. Werkausgabe III. Hrsg. von E. Wichner. München: Hanser.
  13. Rabinowich, J. (2004). Schreibkrampf. In B. Horn & E. Wäger (Hrsg.), Schreibrituale [eine Anthologie]. Wien: edition Splitter.
  14. Rabinowich, J. (2008). Spaltkopf. Roman. Wien: edition exil.
  15. Rabinowich, J. (2009). Janus in Babylon. In F. Niemann (Hrsg.), Wienzeilen. Die interkulturelle Anthologie (S. 53-58). Weitra: Bibliothek der Provinz.
  16. Rabinowich, J. (2016). Dazwischen: Ich. Roman. Berlin: Hanser.
  17. Rabinowich, J. (o. J.). Leben. Abgerufen am 13. April 2019 von http://www.julya-rabinowich.com/leben.html.
  18. Rabinowich, J. & Pisa, P. (4. August 2012). Julya Rabinowich über „Die Erdfresserin“. Interview mit Peter Pisa. kurier.at. Abgerufen von https://kurier.at/kultur/julya-rabinowich-ueber-die-erdfresserin/806.937.
  19. Rabinowich, J. & Pohl, I. (30./31. November 2010). „Wir haben das Ministerium der Liebe“. Der Standard. Rajčić, D. (1986). Halbgedichte einer Gastfrau. St. Gallen: Narziss & Ego.
  20. Rajčić, D. (2004). Buch vom Glück. Zürich: edition 8.
  21. Schweiger, H. (2012). Sprechen ‚Spaltköpfe‘ mit ‚Engelszungen‘? Identitätsverhandlungen in transnationalen Familiengeschichten. In H. Nagy & W. Wintersteiner (Hrsg.), Immer wieder Familie. Familienund Generationenromane in der neueren Literatur (S. 157-172). Innsbruck: StudienVerlag.
  22. Sośnicka, D. (2013). Die Fremde, die man in sich trägt: Zum Erzählverfahren im Roman Spaltkopf von Julya Rabinowich. In J. Drynda & M. Wimmer (Hrsg.), Neue Stimmen aus Österreich. 11 Einblickem in die Literatur der Jahrtausendwende (S. 78-91). Frankfurt a. M.: Peter Lang.
  23. Spoerri, B. (2008). Mobile Grenzen, neue Sprachräume. Das Phänomen der Osterweiterung in der deutschsprachigen Literatur der Schweiz. In M. Bürger-Koftis (Hrsg.), Eine Sprache – viele Horizonte. Die Osterweiterung der deutschsprachigen Literatur. Porträts einer neuen europäischen Generation (S. 199-211). Wien: Praesens.
  24. Stanišić, S. (2019). Herkunft. München: Luchterhand.
  25. Steiner, G. (1999): Errata. Bilanz eines Lebens. Aus dem Englischen von Martin Pfeiffer. München: Hanser. Tawada, Y. (2011). Von der Muttersprache zur Sprachmutter. In J.G. Lughofer (Hrsg.), Exophonie. Schreiben
  26. in anderen Sprachen (S. 15-17). Ljubljana: Goethe Institut.
  27. Zierau, C. (2010). „Als ob sie mit Fremdsprache sprechenden Menschen an einem Tisch säße“ – Mehrsprachigkeit
  28. und Sprachreflexion bei Ermine Sevgi Özdamar und Yoko Tawada. In M. Bürger-Koftis, H. Schweiger & S. Vlasta, Polyphonie – Mehrsprachigkeit und literarische Kreativität. Wien: Praesens.